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  Haus der Begegnung
  Antakya

Aus dem Ursprung leben

Ein Haus der Begegnung in Antakya

Von Julia Kohler (aus "Miteinander", Newsletter deutschsprachiger kath. Gemeinden im Ausland)
http://www.kath.de/kasdbk/miteinan/mt010303.htm
(Wir haben, anstatt nur einen Link zu legen, den Text hierher kopiert, weil sich Webadressen oft ändern)

Der Nahe Osten ist schon fast ein Synonym geworden für politische Unsicherheit und religiös begründete gewalttätige Auseinandersetzungen. Doch ganz anders verhält es sich in der Nähe der syrischen Grenze, in der türkischen Stadt Antakya mit heute ca. 58.000 Einwohnern. Dort gibt es ein "Haus der Begegnung". Hier kann man Christen, Muslimen, Juden und Buddhisten begegnen. Gemeinsames Gebet, einander zuhören, entdecken was einander verbindet, von gemeinsamen Glaubenswahrheiten und Weisheitsgeschichten in der Begegnung und im Gespräch erfahren, das verbindet und prägt.
Ins Haus kommt der Besucher durch eine Tür mit Türklopfer: eine bronzene Hand, die locker eine Kugel hält. Doch Klopfen ist nicht nötig - denn die Tür steht meistens offen. Ein Jahr wollte Barbara Kallasch in Antakya bleiben. Nun sind es schon 23 Jahre geworden. Idealistisch und auf der Suche war sie über Taizé nach Antakya gekommen, geprägt vom Gedanken des Friedens, der Versöhnung zwischen den Religionen und des einfachen Lebens im Vertrauen auf Gottes Begleitung.
Sie hatte damals von einer christlichen Gemeinschaft erfahren, die im muslimischen Hatay-Gebiet ohne Kirchenvertreter war, und deren Versammlungsraum vor dem Abriss stand; dies am Ort, wo sich die ersten Christen versammelt hatten, wo die erste erwähnte Christengemeinde lebte. Antakya ist aus dem antiken Antiochien hervorgegangen.
Hier wollte Barbara Kallasch sich in den Dienst der Kirche stellen. Für ein Jahr bis zum Beginn ihres Studiums. Hier wollte sie vorübergehend mitarbeiten.
Neben der Gemeindearbeit leitet Barbara Kallasch heute - gemeinsam mit ihrer alewitischen Köchin, einem Moslem und einer Bahay - ein Gästehaus, für all jene Pilger, die, auf dem Weg nach Jerusalem, in Antakya Station machen, um die berühmte "Höhlenkirche" zu besuchen, in der ja schon Petrus und Paulus predigten.
Durch ihre innere Offenheit und tätige Gastfreundschaft auch durch die Suche nach dem Verbindenden der Religionen, kam Barbara Kallasch immer mehr in Kontakt mit Alewyten, Juden, Bahays und Moslems.
Junge Muslime die sich für die christlichen Bräuche interessieren, kommen ebenso ins Gästehaus mit der offenen Tür wie Angehörige anderer Religionen.
Alle finden ihren Platz während der gemeinsamen Gebetszeiten mit Liedern und Texten oder Stille.
Barbara Kallasch lebt in Antakya, in einer Region, die an der Schnittstelle verschiedenen Kulturen und Regionen liegt. Von ihr kann man erfahren und wenn man mit ihr in Antakya unterwegs ist auch erleben, dass man an muslimischen Wallfahrtsorten im Ort auch christliche Heilige verehrt und wie das Fest zu Peter und Paul in der Stadt verankert ist.
Für Menschen, die auf der Suche sind kann das "Haus der Begegnung", ein Ort sein, an dem deutlich wird, das alles wirkliche Leben Begegnung ist (Buber) und das Begegnung die einen in der Tiefe berührt, auch verändern kann: Menschen, aber auch Orte und ganze Regionen.

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